Ein Notfallgespräch in Echtzeit. So viel steckt darin.
Diese Seite ist für alle, die es genauer wissen wollen: warum ein Notfallgespräch mit einer KI so viel schwerer ist als ein Chat, und was dafür gebaut, gemessen und wieder verworfen wurde. Wie FellRetter im Einzelnen aufgebaut ist, behalten wir für uns. Was dahintersteckt, zeigen wir gern.
- ≈ 1 s
- bis zur ersten hörbaren Reaktion, auch unter Volllast
- 20 ms
- Takt, in dem die Stimme am Telefon zurückkommt
- 12
- Tierart-Module mit eigenen Regeln
- 13.000+
- Tierarzt-Einrichtungen in der eigenen Datenbank
Fünf Ebenen, zwei getrennte KI-Welten, ein Gespräch.
Stark vereinfacht. Hinter jedem Kästchen stehen eigene Dienste, die sich gegenseitig überwachen und im Fehlerfall abfangen.
Zurück zum Anrufer: Satz für Satz, während die Antwort noch entsteht.
Schnell war es am Anfang auch. Nur nicht so, wie es sein sollte.
Mit einem Cloud-Dienst klingt eine Sprach-KI nach wenigen Tagen beeindruckend. Dieselbe Geschwindigkeit dauerhaft kostenlos und mit eigener KI-Infrastruktur zu erreichen, ist eine ganz andere Aufgabe.
- Phase 1Ein Chat mit Fachwissen
Am Anfang stand ein Chat: Sprachmodell, tiermedizinische Wissensbasis, feste Notfallregeln. Er zeigte, dass die Idee gebraucht wird. Und wie viel mehr ein Gespräch verlangt als eine einzelne Antwort.
- Phase 2Sprache aus der Cloud
Die ersten Sprachversuche liefen über große Cloud-Dienste. Schnell, keine Frage. Aber jede Gesprächsminute kostet Geld, und jedes Gespräch verlässt das Haus. Für einen dauerhaft kostenlosen Notfalldienst ist das keine Grundlage.
- Phase 3Eigene KI-Infrastruktur und die Ernüchterung
Der Umzug auf eigene KI-Infrastruktur brachte zuerst Pausen von mehreren Sekunden. Spracherkennung, Sprachausgabe, Wissenssuche und Sprachmodell konkurrierten um dieselbe Rechenleistung und nahmen sich gegenseitig die Zeit.
- Phase 4Das Telefon
Ein eigener Telefonie-Knoten mit verschlüsselter Leitung. Schmalbandiges Telefonaudio wird für die Spracherkennung aufbereitet, die Antwort im 20-Millisekunden-Takt zurückgespielt. Dazu Einwilligung, Begrüßung und eine unabhängige Rückfallleitung.
- Phase 5Getrennte Rechenwelten
Sprachmodell auf der einen Seite, Spracherkennung und Sprachausgabe auf der anderen, die Wissenssuche als eigener Dienst. Seitdem nimmt sich nichts mehr gegenseitig die Rechenzeit, und jeder Teil lässt sich einzeln messen.
- Phase 6Messen, auswerten, nachschärfen
Unzählige Test- und Echtgespräche, jede Runde zerlegt: Wann war der Satz zu Ende? Wie lange brauchte die Spracherkennung, wie lange das Warten auf die Stimme? Hat die Wissenssuche das richtige Protokoll gefunden? Dazu Lasttests mit eigenen Test-Anrufern über die echte Telefonstrecke.
- HeuteSo schnell wie am Anfang in der Cloud
Die erste hörbare Reaktion kommt in der Regel nach rund einer Sekunde, auch unter Volllast. Anrufe haben Vorrang vor Chats, und wer warten muss, hört eine Ansage. Der Weg dorthin hat Monate gedauert.
Was zwischen Ihrem Satz und der Antwort passiert.
Schematisch, nicht maßstabsgetreu. Oben das, was Sie hören. Unten das, was gleichzeitig im Hintergrund läuft.
- Mitschreiben, während Sie sprechen. Die Spracherkennung arbeitet schon, bevor Sie fertig sind. Am Satzende muss nur noch der letzte Rest erkannt werden.
- Wann ist ein Satz zu Ende? Rund eine halbe Sekunde Stille gilt als Ende. Kürzer, und FellRetter fällt Ihnen ins Wort. Länger, und jede Antwort wirkt träge. Damit keine Anfangssilbe verloren geht, läuft ständig ein kurzer Vorpuffer mit.
- Überbrücken, aber nie aufhalten. Bis der erste Satz der Antwort steht, zeigt eine kurze Rückmeldung in derselben Stimme, dass zugehört wurde. Die echte Antwort hat immer Vorrang.
- Satz für Satz. Der erste Satz wird schon gesprochen, während der nächste noch entsteht. Neue Sprachaufträge reihen sich laufend in die Vertonung ein, statt auf einen ganzen Stapel zu warten.
- Unterbrechen. Sprechen Sie dazwischen, stoppt die Ausgabe sofort, laufende Rechenaufträge werden abgebrochen, und im Gesprächsverlauf bleibt nur, was Sie tatsächlich gehört haben.
Ein normaler Anruf ist die schwierigste Strecke.
Im Browser gibt es ein gutes Mikrofon und einen Bildschirm. Am Telefon gibt es nur die Stimme, schmal übertragen, oft mit Störgeräuschen. Und trotzdem soll es für jeden funktionieren, auch ohne Smartphone.
Schmalband-Audio
Das Telefon liefert nur halb so viel Klanginformation, wie die Spracherkennung verarbeitet. Das Signal wird in Echtzeit aufbereitet und weitergereicht, ohne Umweg über Dateien.
Im 20-Millisekunden-Takt
Die Antwort geht in gleichmäßigen 20-ms-Paketen zurück. Die echte Antwort hat Vorrang vor Überbrückungslauten, Unterbrechungen werden sofort umgesetzt.
Erst die Einwilligung
Vor dem ersten Wort der KI steht ein fester, nicht von der KI formulierter Hinweis mit Einwilligung. Erst danach beginnt das eigentliche Gespräch.
Ohne Bildschirm
Ort und Postleitzahl werden per Sprache verstanden und gegen über 79.000 Ortsdaten geprüft. Mehrdeutiges wird nachgefragt, nicht geraten. Ergebnisse werden vorgelesen.
Wer reinkommt, entscheidet eine Stelle.
Jeder neue Anruf läuft durch eine einzige Entscheidungsstelle, bevor KI-Ressourcen belegt werden. Das System weiß jederzeit, wie viele Gespräche es in voller Qualität führen kann. Darüber hinaus wird niemand angenommen und dann in der Stille allein gelassen.
- Anruf kommt anverschlüsselte Leitung
- PrüfungRufnummer, Sperren, Störungslage
- Platz frei?gemessen an der Gesprächsqualität
- Ja: GesprächEinwilligung, dann FellRetter
- Nein: Warteschlangemit Ansage, freie Plätze der Reihe nach
Fällt ein Baustein aus, etwa Spracherkennung, Sprachausgabe oder Sprachmodell, hört der Anrufer automatisch eine Störungsansage statt Stille. Für den Ernstfall gibt es eine unabhängige Rückfallleitung.
Warum ein guter Prompt allein nicht reicht.
Viele KI-Assistenten bestehen im Kern aus einem langen Prompt: „Du bist ein freundlicher Tierarzt …“. Für ein Notfallgespräch ist das zu wenig. Bei FellRetter legt der Prompt Grundsätze fest. Das Wissen kommt von woanders.
Wissen gehört nicht in den Prompt.
Ein Sprachmodell kennt vieles, aber nichts davon ist für den Notfall geprüft. Es kann überzeugend klingen und trotzdem falsch liegen. Notfallwissen kommt deshalb aus einer eigenen Wissensbasis mit Notfallprotokollen und Fachquellen.
Jedes Wort kostet Zeit.
Alles, was im Prompt steht, muss das Modell vor jeder einzelnen Antwort verarbeiten. Ganze Fachbücher im Prompt wären im Echtzeitgespräch viel zu langsam und würden das Modell eher verwirren als schlauer machen.
Grundsätze statt Drehbuch.
Der Prompt regelt, wie FellRetter arbeitet: ruhig, eine Frage zur Zeit, erst das Lebenswichtige, im Zweifel sofort in die Klinik. Was medizinisch zu sagen ist, ergibt sich aus Wissen und Gesprächsverlauf.
- GrundsätzeRolle, Ton, Notfallschema ABCDE, Sicherheitsregelnimmer
- KanalregelnTelefon oder Browser: was gezeigt und was gesprochen wirdimmer
- Tierart-Moduleigene Regeln für Hund, Katze, Pferd und weitere Tieresobald die Tierart klar ist
- Notfallprotokollgenau eins, im Volltext, in einer Fassung für gesprochene Sprachenur wenn es sicher passt
- Gesprächsverlaufnur, was wirklich gesagt und gehört wurdejede Runde
- Hinweise zum Standzum Beispiel, welche Frage gerade beantwortet wurdebei Bedarf
- Ihre Aussageder letzte Satz, so wie er verstanden wurdejede Runde
Der Prompt ist nur die oberste Schicht.
So kommt das richtige Wissen ins Gespräch
- VerstehenTierart, Beschwerde und der bisherige Verlauf bilden die Suchanfrage, nicht nur der letzte Satz.
- Nach Bedeutung suchenDie Suche vergleicht Bedeutungen, nicht nur Wörter. „Steht dauernd auf“ findet so auch ein Protokoll, in dem das Wort nicht vorkommt.
- Wörter als VerstärkungPassende Fachbegriffe können einen Treffer verstärken, aber nie abwerten. Die Bedeutung bleibt der Maßstab.
- Nur für diese TierartWas für einen Hund gilt, kann für eine Katze gefährlich sein. Protokolle anderer Tierarten werden ausgeschlossen.
- Lieber nichts als FalschesUnter einer festen Ähnlichkeitsschwelle wird gar kein Wissen eingefügt. Ein unpassendes Protokoll würde mehr schaden als helfen.
- Protokolliert und geprüftJede Abfrage wird mit Kandidaten und Treffer festgehalten. Feste Testfälle prüfen, ob die richtigen Protokolle gefunden werden.
Jede Verbesserung muss sich in Zahlen zeigen.
Ausgewählte Messungen unter Volllast, jeweils vorher und nachher. Die Reaktionszeiten sind aus Sicht des Anrufers gemessen, ab dem Ende seines Satzes, mit Test-Anrufen über die echte Telefonstrecke.
So wird geprüft
- Lasttests mit eigenen Test-Anrufern über die echte Telefonstrecke, mit vorab aufgenommenen Notfallschilderungen
- Auswertung jeder Gesprächsrunde: Satzende, Spracherkennung, Wartezeiten, Antwortbeginn, Wissenstreffer
- Rückprüfung der Sprachausgabe: Die erzeugte Stimme wird wieder in Text umgewandelt und mit dem Original verglichen
- Feste Testfälle für die Wissenssuche
- Ausfalltests: Was hört der Anrufer, wenn ein Baustein wegfällt?
- Parallel- und Neustarttests nach jeder Änderung an der KI-Infrastruktur
Der Aufwand, ehrlich aufgeschlüsselt.
Grundlage ist das, was tatsächlich gebaut ist: rund 90.000 Zeilen Code in App, Server, Telefonie, Sprach- und KI-Diensten, dazu Wissensbasis, Tierarzt-Datenbank und Audio-Bibliothek. Geschätzt für ein Team, das so etwas zum ersten Mal baut.
Entwicklung nach Bereichen
Fachwissen, das man einkaufen müsste
Im Vergleich: ein KI-Terminassistent für Praxen
Ein KI-Terminassistent ist ein sinnvolles Werkzeug für Praxen und löst eine klar umrissene Aufgabe. FellRetter hat eine andere. Beides hat seinen Platz: FellRetter ersetzt keinen Terminassistenten, und ein Terminassistent ist nicht für Notfälle gebaut.
Alle Preise netto, Stand Oktober 2026. Personalkosten: eigenes Team rund 8.000 € je Personenmonat, Agentur oder Freiberufler 900 bis 1.200 € je Tag. Preise für KI-Terminassistenten aus Anbietervergleichen für Arztpraxen. Die Bereiche der Entwicklung überschneiden sich teilweise, die Spannen sind Schätzungen.
Acht Dinge, die man erst merkt, wenn echte Menschen anrufen.
„Ja“ ist kein Ort.
Die Ortssuche hielt ein „Ja“ zeitweise für einen Ort in Brasilien und ein „Nein“ für Neinstedt. Heute zählen nur ganze Wörter und nur Orte in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Die eigene Stimme ist kein Anrufer.
Über den Lautsprecher gelangt die Begrüßung zurück ins Mikrofon. Ohne Echo-Filter hätte FellRetter sich selbst zugehört.
Überbrückung darf nicht im Weg stehen.
Kurze Rückmeldungen in derselben Warteschlange wie die Antwort haben die echte Antwort um bis zu zwei Sekunden aufgehalten. Heute hat die Antwort immer Vorrang.
Eine Unterbrechung darf nichts verschlucken.
Nach einem Dazwischenreden ging die Antwort auf die nächste Äußerung verloren, und es blieb bis zu 30 Sekunden still. Heute wird gezielt freigegeben, was weiter gehört werden soll.
Vorausdenken kann bremsen.
Vorab gestartete Anfragen an das Sprachmodell, während der Anrufer noch sprach, blockierten Rechenplätze für echte Antworten. Sie wurden abgeschaltet.
Geteilte Rechenleistung heißt geteilte Wartezeit.
Solange Sprache, Wissenssuche und Sprachmodell dieselben Ressourcen teilten, wartete jeder auf jeden. Erst die Trennung brachte gleichmäßige Zeiten.
Ein langer Auftrag darf kurze nicht blockieren.
In festen Stapeln wartete ein kurzer Satz auf einen langen. Mit fortlaufender Vertonung sank die Wartezeit in diesem Fall im Test von 5,7 auf 0,3 Sekunden.
Ein Chat darf kein Telefonat ausbremsen.
Unter Volllast mit gleichzeitiger Chat-Dauerlast kam die Antwort am Telefon erst nach 21 Sekunden. Mit fester Rangfolge, Telefon vor Chat, nach 4 Sekunden.
Das meiste davon hört man nicht. Genau so soll es sein.
Fragen zur Technik oder Interesse an einer Zusammenarbeit? Schreiben Sie an info@fellretter.de.
