Warum gibt es das eigentlich noch nicht?
FellRetter ist nicht aus einem Businessplan entstanden. Es begann mit dieser einfachen Frage und mit vielen Jahren Erfahrung in der Notrufannahme.
- Erste Hilfe am Hund
- Rettungsdienst
- Leitstelle
- Die erste Idee
- Der erste Chat
- Das Telefon
- Eigene Hardware
- Heute
Aus dem Rettungsdienst.
FellRetter ist aus einer Erfahrung entstanden, die auf den ersten Blick wenig mit Tieren zu tun hat: viele Jahre Rettungsdienst als Notfallsanitäter und danach die Arbeit in einer integrierten Leitstelle.
Notrufe annehmen, strukturiert abfragen, Gefahren erkennen, Situationen einschätzen und entscheiden, was als Nächstes passieren muss. Das war jahrelang Alltag. Heute geht es beruflich um Software für Einsatzleitsysteme, also um dasselbe Thema von der technischen Seite.
Auch Tiernotfälle sind nicht neu für uns. Schon 2005 kam eine Ausbildung zum Erste-Hilfe-Ausbilder am Hund dazu, ganz einfach aus persönlichem Interesse. Denn wir sind selbst Hundehalter.
- Rettungsdienst.
- Leitstelle.
- Notrufabfrage.
- Einsatzleittechnik.
- Erste Hilfe am Hund.
- Und zwei Beagles.
Für Menschen gibt es klare Strukturen. Für Tiere?
Wenn bei einem Menschen etwas passiert, weiß man, wen man anruft. Natürlich lässt sich das nicht eins zu eins auf Tiere übertragen, und für den Hund kommt kein Rettungswagen. Aber das Grundproblem ist dasselbe: Plötzlich passiert etwas, und wer danebensteht, kann die Lage nicht einschätzen.
- Ist das gerade wirklich ein Notfall?
- Kann ich erst einmal etwas tun?
- Muss ich sofort los?
- Kann das bis morgen warten?
Genau dann beginnt bei vielen Tierhaltern die Suche. Google, Foren, Tierarztseiten, Notdienstnummern, vielleicht irgendeine App. Oft soll man sich erst registrieren oder bezahlen, oder man wird am Ende doch nur weitergeleitet. Das fanden wir ernüchternd.
Ein Protokoll, wie in der Leitstelle.
Lange bevor KI ein Thema war, gab es schon die Idee eines strukturierten Abfragesystems für Tiernotfälle. Ein festes Protokoll: Wenn Antwort A, dann Frage B. Wenn Warnzeichen X, dann sofort eskalieren. Wenn bestimmte Symptome fehlen, geht es in eine andere Richtung.
In Leitstellen funktionieren solche Protokolle sehr gut. Aber dort gibt es einen entscheidenden Unterschied: Auf der anderen Seite sitzt ein Mensch. Ein Disponent merkt, wenn der Anrufer ausweicht, etwas missversteht oder gerade etwas ganz anderes, Wichtiges erzählt. Er hakt nach, führt zurück und weicht bewusst vom Ablauf ab, wenn die Situation es verlangt.
Das Protokoll führt nicht den Anrufer. Der Mensch in der Leitstelle führt den Anrufer durch das Protokoll.
Ein starrer Fragebogen, durch den sich ein Tierhalter selbst klickt, kann genau das nicht. Menschen springen in ihrer Geschichte, benutzen eigene Begriffe und wissen oft nicht, was gerade wichtig ist. Dieser Teil war damals technisch nicht lösbar. Also lag die Idee eine Weile herum.
Dann kam KI.
Als die Sprachmodelle immer besser wurden, war schnell klar: Genau diese Technik könnte das fehlende Stück sein. Nicht damit eine KI irgendwelche medizinischen Antworten ausspuckt. Sondern damit ein strukturiertes System wirklich mit einem Menschen sprechen kann.
- Es versteht, wenn eine Frage nicht genau beantwortet wurde.
- Es verwendet weiter, was im Gespräch schon gesagt wurde.
- Es erkennt, wenn plötzlich ein neuer, wichtiger Hinweis auftaucht.
- Es wählt gezielt die nächste Frage, die für die Einschätzung wirklich zählt.
- Und es hält sich dabei an feste Sicherheitsregeln, Warnzeichen und Fachwissen.
Ein einfacher Chat. Und dann haben ihn Menschen benutzt.
Die erste Version war unspektakulär: eine Webseite, ein Chat, kein Telefon. Beworben haben wir ihn kaum.
Dann passierte etwas, womit wir nicht gerechnet hatten. Menschen haben ihn benutzt, mit echten Problemen, echten Tieren und echten Situationen. Rund um Silvester kamen Fragen zu Verletzungen, Verbrennungen und Angstreaktionen. Bei kleinen Tieren sagte das System irgendwann klar: Bitte nicht weiter abwarten, das sollte jetzt tierärztlich abgeklärt werden.
Ein Halter kam mit einer ganz normalen Frage in den Chat. Im Gespräch kamen nach und nach die Warnzeichen einer möglichen Magendrehung zusammen. FellRetter riet zur sofortigen Vorstellung in einer Tierklinik. Der Hund wurde vorgestellt. Später kam der Halter zurück in den Chat und hat sich bedankt.
Das ersetzt keine wissenschaftliche Studie, und nicht bei jedem Gespräch wissen wir, was später festgestellt wurde. Aber solche Fälle gab es nicht nur einmal. Ab da war FellRetter keine technische Idee mehr. Ab da wussten wir: Es gibt einen echten Bedarf.
Menschen suchen in solchen Situationen nicht nur Informationen. Sie suchen Orientierung.
Im Notfall will man nicht tippen. Man will erzählen.
Wer nachts neben seinem Hund sitzt, der würgt oder schlecht Luft bekommt, will keine langen Texte schreiben. Man will erzählen, was passiert, so wie man es einem Menschen am Telefon erzählen würde.
Das klingt einfach: Telefonnummer davor, KI dahinter, fertig. Ist es aber nicht. Ein Telefongespräch muss sich wie eines anfühlen. Keine Pausen von mehreren Sekunden nach jedem Satz. Man muss unterbrechen können. Das System muss merken, wann jemand fertig gesprochen hat. Und wenn mehrere Menschen gleichzeitig anrufen, darf nichts zusammenbrechen.
Viele kommerzielle Sprachsysteme klingen noch hörbar nach Maschine. Für FellRetter wollten wir das nicht. Wer anruft, soll nicht überlegen müssen, wie man mit dem System spricht. Er soll einfach erzählen können, was passiert ist.
Nicht fünf Fragen gratis und danach ein Abo.
Von Anfang an stand fest: FellRetter soll für Tierhalter kostenlos sein. Nicht als zeitlich begrenzte Aktion und nicht mit Kreditkarte vorab, sondern wirklich kostenlos.
Daraus entstand das nächste Problem. Man hätte fast alles einkaufen können: ein großes Sprachmodell über eine externe Schnittstelle, Spracherkennung und Sprachausgabe aus der Cloud. Technisch wäre das einfacher gewesen. Aber jedes einzelne Gespräch hätte laufende Kosten erzeugt. Aus Centbeträgen werden Euro, aus Euro werden Hunderte, und irgendwann stellt sich die Frage: Wer bezahlt das?
Dazu kam der Datenschutz. Sprachaufnahmen und Gesprächsinhalte wollten wir so wenig wie möglich an fremde Dienste schicken.
Also die etwas verrückte Idee: Warum nicht alles auf eigener Hardware?
Ein Echtzeitsystem, ganz ohne Rechenzentrum.
Ein Sprachmodell lokal zu starten ist eine Sache. Ein komplettes Echtzeitsystem damit zu betreiben ist eine ganz andere. Die Messlatte war einfach: Wenn große Anbieter mit riesigen Rechenzentren einen flüssigen Sprachassistenten hinbekommen, wie nah kommt man mit eigener Hardware heran?
Heute laufen die Kernfunktionen von FellRetter auf eigener Hardware: das Sprachmodell, die Spracherkennung, die Sprachausgabe und die Gesprächslogik. Keine externe GPT-Schnittstelle, keine Spracherkennung und keine Sprachausgabe aus der Cloud.
Nicht mit einem Millionenbudget, sondern mit Messen, Optimieren und sehr viel Geduld. Genau das ist ein wichtiger Grund, warum FellRetter dauerhaft kostenlos funktionieren kann.
Frei zugänglich heißt auch: an Missbrauch denken.
Ein kostenloses, öffentliches System zieht auch Fake-Anrufe, automatisierte Anfragen oder Versuche an, den Dienst gezielt lahmzulegen. FellRetter funktioniert aber nur, wenn im entscheidenden Moment Kapazität für jemanden frei ist, der sie wirklich braucht.
Deshalb gehören Lasttests, Schutzmechanismen und Missbrauchserkennung genauso zur Entwicklung wie die Triage. Und weil das System öffentlich erreichbar ist, wird es auch bewusst angegriffen: Schnittstellen werden geprüft, Penetrationstests durchgeführt und ungewöhnliche Anfragen durchgespielt.
Wer sagt, jeder kann FellRetter benutzen, muss auch wissen, was er da öffentlich erreichbar macht.
Die beste Technik nützt nichts, wenn das Wissen nicht stimmt.
Ein flüssiger Sprachassistent, der im entscheidenden Moment medizinischen Unsinn erzählt, hilft niemandem. Deshalb bekam FellRetter systematisch das Wissen, das bei Tiernotfällen wirklich zählt. Nicht aus Foren oder zufälligen Blogbeiträgen, sondern aus tiermedizinischen Fachinformationen, Lehrmaterialien und Erste-Hilfe-Wissen: typische Notfallbilder, Warnzeichen und konkrete Maßnahmen.
Dieses Wissen muss außerdem übersetzt werden. In verständliche Sprache. In Dinge, die man tatsächlich sehen kann. In Fragen, die ein Laie beantworten kann. In Maßnahmen, die ein Tierhalter wirklich durchführen kann. Genau hier fließt die Erfahrung aus Rettungsdienst, Leitstelle und Erste-Hilfe-Ausbildung ein.
Ein fertiges Modell für genau diese Aufgabe gab es nicht. Deshalb wurden System und Modelle Schritt für Schritt darauf zugeschnitten: mit eigener Gesprächslogik, Regeln für Warnzeichen, strukturierten Abläufen und klaren Grenzen, was das System tun soll und was nicht. Geprüft wird das laufend mit Hunderten simulierten Notfallsituationen.
Das ist kein Modell, das einfach mit dem Satz „Du bist jetzt ein Tierarzt“ gestartet wurde.
Keine digitale Rezeption.
Die meisten KI-Lösungen in der Tiermedizin richten sich an Praxen. Sie nehmen Anrufe an, vergeben Termine und leiten weiter. Das ist sinnvoll, aber etwas anderes. FellRetter wurde von Anfang an für den Tierhalter gebaut.
Kommen dann weitere Warnzeichen hinzu, stellt FellRetter nicht noch zehn belanglose Fragen, sondern erkennt: Hier kann Zeit entscheidend sein. Das ist Triage. Nicht diagnostizieren und nicht den Tierarzt ersetzen. Sondern Informationen strukturiert aufnehmen, Gefahren erkennen, die Dringlichkeit einschätzen und sagen, was jetzt zu tun ist.
Die richtigen Fälle zur richtigen Zeit an die richtige Stelle.
FellRetter soll nicht gegen Tierärzte arbeiten, sondern sie im besten Fall entlasten. Nachts und am Wochenende treffen beim Notdienst verunsicherte Halter und echte Notfälle aufeinander. FellRetter klärt vorher: Was ist passiert? Welche Warnzeichen gibt es? Kann man beobachten, oder sollte man keine Zeit mehr verlieren?
„Nach dem, was Sie beschreiben, sehe ich im Moment keine eindeutigen akuten Warnzeichen. Beobachten Sie bitte diese Punkte und lassen Sie es morgen tierärztlich abklären.“
Ein unnötiger Notdienstkontakt kann vermieden werden.„Erfolgloses Würgen, aufgeblähter Bauch und zunehmende Unruhe: Bitte jetzt nicht weiter abwarten und direkt in eine Tierklinik fahren.“
Ein echter Notfall bekommt früh eine klare Richtung.Gibt es das vielleicht längst?
Irgendwann kam der Gedanke: Das kann doch nicht sein, dass so etwas noch niemand gebaut hat. Also haben wir gesucht, in Deutschland, in Europa, in den USA und in anderen Ländern. Sprachassistenten für Praxen, Triage-Apps, Symptomchecker, Online-Tierärzte, Chatbots und Notfallfinder.
Vieles davon ist interessant. Aber ein frei zugängliches Tiernotfall-Triage-System, das jeder Tierhalter unabhängig von einer Praxis per Telefon oder Web nutzen kann und das selbstständig durch die Situation führt, haben wir nicht gefunden. Ohne Mitgliedschaft, ohne Kundenkonto und ohne Kreditkarte, bevor überhaupt jemand zuhört.
Nach allem, was wir finden konnten, ist FellRetter das erste öffentlich zugängliche System dieser Art.
Warum macht das kein großes Unternehmen? Vermutlich, weil sich damit schlecht Geld verdienen lässt. Einen Telefonassistenten kann man an tausend Praxen verkaufen und jeden Monat eine Rechnung schreiben. Ein System, das jeder kostenlos nutzt, ist wirtschaftlich unspektakulär. Für uns war das nie die entscheidende Rechnung.
Nicht noch ein Chatbot. Sondern Hilfe nachts um zwei.
KI wird gerade für unglaublich viel benutzt: für Bilder, Werbetexte und Videos. Wir wollten sie für etwas einsetzen, das im richtigen Moment einen Unterschied machen kann. Für jemanden, der nachts neben seinem Tier sitzt und nicht weiß, was jetzt zu tun ist.
FellRetter ersetzt keinen Tierarzt und soll es auch nicht. Es soll Orientierung geben, Warnzeichen erkennen, die wichtigen Fragen stellen, Erste Hilfe erklären und vor allem erkennen, wann man nicht mehr abwarten sollte.
Am Anfang stand die Annahme, dass es so etwas irgendwo auf der Welt längst geben müsste. Offenbar gab es das nicht. Also haben wir es gebaut.
FellRetter. Tiernotfall-Triage für alle.
Unsere Grundsätze.
Im Notfall: sofort mit FellRetter sprechen.
Sie möchten FellRetter unterstützen, mit Ihrer Praxis zusammenarbeiten oder helfen, die laufenden Kosten zu tragen? Schreiben Sie an info@fellretter.de.
